Für Patienten

Angebote für Muslime

Kultursensibel, das bedeutet Eingehen auf Besonderheiten von Patienten mit anderen kulturellen Hintergründen wie etwa bei Menschen aus dem türkischen und arabischen Raum oder anderen, ferneren Kulturen. Häufig ist die Religion das Hauptmerkmal der unterschiedlichen Lebensweise.

Nicht nur "Moslemkost"! 

Bereits vor mehreren Jahren wurden in unserem Klinikum die Gespräche mit den muslimischen Gemeinden intensiviert. Ansätze dafür gab es sowohl von Seiten der Patienten beziehungsweise ihrer Gemeinden als auch von Seiten des Klinikpersonals. So war es der Wunsch der Muslime, eine Möglichkeit zur Religionsausübung im Klinikum zu bekommen und eine Patientenkost, die den religiösen Vorgaben entspricht. Klinikseitig standen die teilweise unzureichende Kommunikationsfähigkeit aufgrund von Sprachbarrieren und die häufig zu große Besucheranzahl im Fokus. Die Aspekte der Kost wurden gemeinsam mit der Klinikküche unkompliziert gelöst, so dass jetzt neben Schweinefleisch freier Kost (die bisherige „Moslemkost“) auch sogenannte Halal- oder Helalkost angeboten wird, die entsprechend der Koranvorschriften hergestellt wird. Zudem wurde im Raum der Stille das tägliche Beten erleichtert, indem Korane, Gebetsteppiche und ein Richtungspfeil nach Mekka in diesen Raum integriert wurden.

Die für diesen Raum zuständige evangelische Kirche bewies damit ein hohes Maß an Öffnung für alle Gläubigen. Im Gegenzug unterstützen uns die Gemeinden bei der Information der Gemeindemitglieder zum Thema "Besuch" und haben auch schon in aufkommenden Konfliktfällen die Situation mit bereinigt. Inzwischen wurden auch moslemische Sterberiten wie die religiöse Waschung möglich gemacht und zu allen angesprochenen Aspekten ein Infoflyer in die Gemeinden und auf alle Stationen in unserer Klinik gegeben. Doch es stehen noch weitere Aufgaben an. Seitens des Bundesgesundheitsministeriums wurde publiziert, dass Übersetzungen von Arzt-Patienten Gesprächen durch Laien ein hohes Potential an fachlich unzutreffenden Übersetzungen enthält, da teilweise eine Redewendung je nach Kontext mehrere Bedeutungen haben kann. Daraus resultiert die Empfehlung, Übersetzungen möglichst durch medizinisches Personal durchführen zu lassen. unsere Dolmetscherlisten werden nun daraufhin durchgesehen und aktualisiert. Angehörige als Dolmetscher sollten nur im Notfall eingesetzt werden.

Gesprächspartner sind für das Klinikum neben dem Integrationsbeauftragten des Landkreises, den Gemeindevorstehern der verschiedenen Religionen auch der Klinikbeirat und der Migrationsrat.

So wird in unserer multikulturellen Welt auch der Klinikalltag immer kultursensibler und somit den unterschiedlichen Lebensweisen gerecht werden.