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07.05.2018, Hameln

Sana Chefarzt gibt Ratschläge für den ungetrübten Grill-Genuss

So grillen Sie richtig und

Hameln. 07.05.2018. Kaum zeigt sich die Sonne zum ersten Mal und lässt die Temperaturen in den zweistelligen Bereich klettern, zieht es die Menschen auf ihre Terrassen, Balkone, in ihre Gärten oder Parks. Viele verbinden mit dem schönen Wetter vor allem eines: das Grillen. Egal ob mit Holzkohle, Gas, elektrisch oder sogar über dem offenen Feuer. Deutschland ist eine Grill-Nation – 95 Prozent der Haushalte nennen einen Grill ihr Eigen. Doch so schön es auch ist, sich sein eigenes Essen an der frischen Luft zuzubereiten: Der unsachgemäße Umgang mit dem Outdoor-Bruzzler birgt auch Gefahren. Worauf beim zu Recht beliebten Freizeitvergnügen zu achten ist, und wie man bei einem Grillunfall richtig reagiert, erklärt Dr. Sixtus Allert, Plastischer Chirurg und Handchirurg, Chefarzt am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont.

„Die meisten der rund 4000 jährlichen Grillunfälle in Deutschland passieren aus Unkenntnis, Leichtsinn oder wegen ungeeigneter Gerätschaften. Dabei erleiden etwa 400 Menschen, darunter 200 Kinder, schwere Verbrennungen mit bleibenden Schäden. Und gerade Kinder sind besonders gefährdet, da sie sich in der Regel auf Gesichtshöhe mit dem Grill befinden. Generell gilt: Kinder haben im Bereich des Grills nichts zu suchen“, sagt Dr. Allert.

Die häufigsten Unfallursachen sind Explosionen oder Verpuffungen beim Versuch, Grillkohle mit einer brennbaren Flüssigkeit – Spiritus, Alkohol oder gar Benzin – anzuheizen. Bei ihrer Verdunstung entsteht so ein hochexplosives, brennbares Dampf-Luft-Gemisch in Form einer Glocke mit bis zu drei Metern Durchmesser und mit Temperaturen von 1000 bis 1800 Grad Celsius.

Die 20-20-Regel beachten

Hat sich ein Grill-Unfall ereignet, verringert rasches, sachkundiges Handeln die Folgeschäden: „Die brennende Kleidung des Verletzten muss sofort mit Decken, durch Wälzen am Boden oder mit Wasser gelöscht werden. Außerdem sollte man die 20-20-Regel beachten: Brandwunden mit 20° C warmem Wasser 20 Minuten lang kühlen. Und ganz wichtig: Lassen Sie die Finger von so genannten „Hausmitteln“ und geben Sie daher niemals Mehl, Zahnpasta, Öl etc. auf Wunden“, rät der Mediziner eindringlich. Auch eingebrannte Kleidung darf nicht von der Haut abgerissen werden, und verbrannte Stellen müssen mit einem sauberen Tuch aus dem Verbandskasten abgedeckt werden. Hat man diese Schritte der Erstversorgung befolgt, sollte jede Brandverletzung umgehend ärztlich begutachtet werden: „Bei schweren Verletzungen muss unbedingt die Notrufnummer 112 gewählt werden. Eine Behandlung in einem Zentrum für Schwerbrandverletzte ist dann unerlässlich“, so der Experte.

Doch damit das Grillvergnügen erst gar nicht zum Albtraum wird, zählt der Plastische Chirurg die wichtigsten Regeln für sachkundiges Grillen auf:

  • Wesentliche Voraussetzungen für unfallfreies Grillen sind ein sicherer Standort der Brennstelle auf einem feuerfesten Untergrund und vor allen im Windschatten, um Stichflammen durch Luftböen zu vermeiden.
  • Grillkohle sollte nur mit sicherheitstechnisch geprüften, speziellen Grillanzündern eingesetzt werden. Das Durchglühen der Kohle dauert dann manchmal zwar etwas länger, ist aber ungefährlicher. Man kann es durch Luftzufuhr mit Hilfe eines Fächers oder Blasebalgs gefahrlos beschleunigen.
  • Wer Brandbeschleuniger auf heiße Kohlen nachgießt, riskiert einen Flammenrückschlag, der ihm den Brennstoffbehälter aus der Hand reißt – mit der Folge einer verheerenden Stichflamme. Besonders Kinder können schwerste Verbrennungen davontragen, wenn sie, fasziniert vom Feuer, nahe am Grill stehen.
  • Vorsicht ist auch beim Entzünden der Grillkohle geboten: nur feste Grillanzünder, spezielle Pasten, Gel oder elektrische Anzündhilfen verwenden.
    Kinder und Haustiere mindestens zwei bis drei Meter vom Grillfeuer entfernt halten. Eimer mit Wasser, Sand, eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher sollten immer griffbereit sein.
  • Grillgeräte niemals von Kindern bedienen oder gar anzünden lassen!
  • Behalten Sie Kinder immer unter Aufsicht, während Sie grillen: Ob Stichflamme, Fettspritzer oder Funkenflug – Kinder stehen oft in Gesichtshöhe an der Grillstation. Eine Brandverletzung kann sie lebenslang entstellen.
  • Auch kleine Fettspritzer verursachen schmerzhafte Verbrennungen. Guten Schutz bieten dem Grill-Chef und seinen Helfern lange Grillzangen, Handschuhe und eine Schürze.
  • Nach dem Grillen das Grillgerät weiter beaufsichtigen, bis die Glut vollständig auskühlt ist und entsorgt werden kann. Auch ausgekühlte Kohle nur in feuerfeste Gefäße (Blecheimer) schütten, nicht in Kartons oder Plastikbehälter.
  • Vorsicht bei Gasgrills: Sind alle Anschlüsse dicht? Ist der Verbindungsschlauch vor Hitzeeinwirkung geschützt?
  • Achten Sie auf die Flamme. Erlischt diese unbeabsichtigt, kann weiter Gas austreten: Brand- und Explosionsgefahr!

Kontakt

Pressekontakt:

Natalie Arnold
Sana Klinikum Hameln Pyrmont GmbH
St. Maur Platz 1 | 31785 Hameln

Telefon 05151 97 2345 | E-Mail: natalie.arnold@sana.de