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10.10.2019, Hameln

Prüfen, Rufen, Drücken – in drei Schritten Leben retten

World restart a heart day am 16. Oktober 2019

Schnell und ohne Vorwarnung kann es jeden überall treffen – Herzstillstand: Plötzlich wird man bewusstlos und die Atmung setzt aus. „Erste Hilfe in solch einer Gefahrensituation hat oberste Priorität, denn mit jeder Minute, in der das Herz still steht, sinken die Überlebenschancen des Notfallpatienten“, sagt Dr. Heiner Ruschulte, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Aus diesem Grund beteiligen sich seine Klinik sowie die Klinik für Kardiologie am internationalen Aktionstag „World Restart a Heart Day“. An einem Informationsstand im Foyer kann am 16. Oktober von 13.00 bis 17.00 Uhr an einer Puppe die Herzdruckmassage geübt und wichtige Tipps zur Ersten Hilfe eingeholt werden.

Mindestens 50.000 Menschen in Deutschland bekommen jedes Jahr unerwartet einen Herzstillstand; 70 Prozent davon passieren zu Hause, wie Statistiken zeigen. Damit einhergehend fehlt natürlich auch die sofortige und lebenswichtige medizinische Erstversorgung. Dem Notfallpatienten bleiben in dieser Situation nur wenige Minuten nach Eintreten des Herz-Kreislauf-Stillstands. In genau dieser kurzen Zeitspanne kann jeder von uns helfen – und damit Leben retten. Leider machen Statistiken deutlich, dass in Notfallsituationen noch immer zu wenige Mitmenschen reagieren und erste Hilfe leisten: Bundesweit werden Notfallpatienten lediglich in circa 42 Prozent der Fälle eines plötzlich auftretenden Herzstillstandes mit einer Herzdruckmassage reanimiert.

Noch immer haben zu viele Menschen Scheu, sind möglicherweise blockiert durch den Schock, haben Angst, etwas falsch zu machen oder dem Notfallpatienten gar weh zu tun. „Das führt dazu, dass in vielen Fällen gar nichts passiert – und das ist das Schlimmste überhaupt. Denn schon nach drei bis fünf Minuten ohne Blutzufuhr setzt das Hirn aus und beginnt zu sterben. Ob bei der Reanimation beispielsweise eine Rippe verletzt wird oder nicht, ist im Notfall nebensächlich. Denn die Rippe heilt wieder“, so Dr. Heiner Ruschulte. Für den Notfallpatienten zählt jede Sekunde: Der Rettungsdienst trifft nach Absetzen des Notrufes durchschnittlich meist erst nach circa acht Minuten (oder länger) am Unfallort ein. Engagierte Ersthelfer sind in solchen Situationen deshalb lebensrettend, denn sofortiges Eingreifen entscheidet über mögliche (irreparable) Folgeschäden – oder im schlimmsten Fall über Leben und Tod.

Erste Hilfe ist im Prinzip auch gar nicht schwer: Nach der bewährten Formel „prüfen, rufen, drücken“ lassen sich in drei schnellen Schritten Leben retten: „Erst muss geprüft werden, ob die Person noch bei Bewusstsein ist und noch atmet. Ist das nicht der Fall, müssen Ersthelfer unverzüglich den Notruf (112) wählen und im Nachgang mit der Herz-Druck-Massage beginnen, denn das ist und bleibt die wirksamste Methode bei einem Herzstillstand. Dabei ist wichtig, schnell und fest auf die Mitte des Brustkorbs zu drücken und das mindestens hundert Mal pro Minute. Viele tun sich schwer, diese Regel in der Gefahrensituation einzuschätzen. Orientieren Sie sich deshalb am Rhythmus von beispielsweise ‚Stayin‘ Alive‘ von den Bee Gees oder dem ‚Radetzkymarsch‘ von Johann Strauss. Damit drücken Sie wie von allein im Takt“, erklärt Matthias Strauß, Teamleitung der Intensivstation am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont. Es ist außerdem sehr wichtig, die Herz-Druck-Massage so lange auszuführen, bis der Notarzt vor Ort eingetroffen ist und übernimmt.

Wie die Herz-Druck-Massage richtig ausgeführt wird, können Interessierte am 16. Oktober von Dr. Heiner Ruschulte und seinem Team lernen. Unterstützt werden sie dabei von Reanimationspuppe „Anne“, die mit neuen Features überrascht. Ihr „Herz“ schlägt, ihre Atmung röchelt, sie spricht, lacht, erbricht oder schreit auch mal, wenn es sein muss. Sie lässt sich reanimieren, defibrillieren, intubieren, ihre Pupillen kontrollieren, Infusionen oder venöse Zugänge legen sowie den Blutdruck messen.
 

Kontakt

Damaris Bollmann
Sana Klinikum Hameln Pyrmont GmbH
St. Maur Platz 1 | 31785 Hameln
Telefon 05151 97 2346  | E-Mail: damaris.bollmann@sana.de